Netzwerk Kirchenreform - Sunday, 5. February 2012
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CHURCH PLANTING - Gemeinde pflanzen

Förderung von Gemeindepflanzungen durch die Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD)

 

Reformprojekt

Gemeinde pflanzen: Zehn Modellgemeinden gesucht

 

 

Kurzbeschreibung

Förderung von neun Gemeindepflanzungen EKD-weit durch die Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD), über einen Zeitraum von drei Jahren.

 

 

Wo?

Neun Modellgemeinden – EKD-weit

 

 

Wann?

ab Frühherbst 2002 (über einen Zeitraum von drei Jahren)

 

 

Kontakt

Volker Roschke: amd.roschke(at)diakonie.de

www.gemeinde-pflanzen.de 

 

 

 

Wer handelt

Subjekt: AMD (fünfköpfige Projektgruppe) unter Leitung von Volker Roschke

 

 

Wie

Aufruf, Gemeinden in geographisch schlecht erreichbaren Gebieten oder unter kirchendistanzierten Gruppen und Milieus zu pflanzen; nicht von Hauptamtlichen, sondern wesentlich von Ehrenamtlichen getragen. Zehn Gemeinden sollten vom AMD gefördert werden:

  • Prozess-Begleitung durch einen externen Berater für jede Gemeinde

  • Unterstützung bei der Konzeptionsentwicklung

  • Basisseminar und Trainings für Trios aus den Gemeinden

  • Begleitung  bei Absprachen mit Dekanaten, Kirchenleitung u.a.

Neun Gemeinden haben sich schließlich gefunden.  

  

Opponenten: fehlender Leidensdruck; Versorgungsmentalität der Gemeinden; fehlende innovative Leitende; Überlastung der Akteure; Paradigma der flächendeckenden Versorgung

 

 

Mit Wem?

Adjuvanten: AMD

 

 

Was wird

Objekt: Schaffung von zehn Gemeindepflanzungen in Orientierung am anglikanischen „Church planting“

 

 

Warum

Adressant: Versuch, fruchtbare Erfahrungen der anglikanischen Kirche auf Deutschland mit einer konzertierten Aktion zu übertragen: Notwendigkeit einer Reform gemeindlicher Arbeit angesichts besonderer geographischer oder struktureller Gemeindesituationen. Erneuerung und Verlebendigung der Kirche nötig.

Church planting als Antwort auf vielerlei Herausforderungen, in der die evangelische Kirche gegenwärtig steht wie z.B. Regionalisierungen, Klärung der „Mission“ der Kirche, Finanz- und Mitarbeiterprobleme, Milieuverengung u.a.

 

 

Für Wen angestrebt?

Adressat: Menschen, die von „klassischer“ Gemeindearbeit nicht erreicht werden (können); „Wir wollen in unserer Gemeinde die entschiedene Zuwendung zu den Nicht – Erreichten!“ (5)

 

   

Ziele: Das Projekt „Gesucht: Zehn Gemeinden ...“ verfolgt ein Doppelziel:

  

Wesentliche Bestandteile dieses Betriebssystems sind:

  1. Missionarisches Leitbild

  2. Die Nicht – Erreichten als Kriterium der Gemeindearbeit

  3. Gelebte Spiritualität

  4. Zielgruppenorientierung

  5. Gemeinde pflanzen als dritter Weg zwischen Parochie und Regionalisierung

  6. Nicht Integration in Vorhandenes, sondern Schaffung spezifischer Angebote für Zielgruppen

  7. Ganzheitliches Missionsverständnis (Heil und Wohl)

  8. Liebe und Sorgfalt bei der Gemeindeerkundung

  9. Laienorientierung und Teamarbeit

   

Aus Sicht der Projektgruppe ist es ein großer Erfolg, dass sich neun Gemeinden mutig auf ein grenzüberschreitendes Projekt eingelassen haben, dafür den Beschluss des zuständigen Leitungsgremiums eingeholt haben, mit einem Trio an einem Basistraining teilgenommen und mittlerweile einen Mitarbeiterkreis bilden und erste Schritte zur Entwicklung einer Vision machen.

War bisher Gemeinde pflanzen das Hobby einiger Interessierter, aber ohne jede praktische Relevanz, so ist es mit dem AMD-Projekt aus der Liebhaber-Ecke herausgetreten in den Bereich praktizierter kirchlicher Praxis.

   

Reformepisode

  

Nachdem feststand, welche Gemeinden am Modellprojekt teilnehmen würden, wurden diese als erstes zu einem Grundlagentraining vom 4. – 7. November 2004 nach Linkenheim bei Karlsruhe eingeladen.

Dieses Training, an dem neben den Mitgliedern der Projektgruppe und den Begleitern, Trios aus den Gemeinden teilnahmen, insgesamt ca. 40 Personen, hatte zum Ziel, Gemeinde pflanzen als Gestaltungsmöglichkeit einer missionarischen und kreativen Kirche sozusagen von der Pike auf kennen zu lernen.

Den Gemeinden schrieben wir:

Als Träger des Gesamtprojektes sehen wir diese Tagung im November als einen entscheidenden Baustein für den Gesamtprozess in Ihrer Gemeinde an. Deshalb laden wir Sie sehr herzlich zur Teilnahme ein. Im Regelfall sollten drei Personen aus jeder Initiative teilnehmen, möglichst solche, die zur Trägergruppe einer Pflanzung gehören und dort Verantwortung tragen. Bei anderen Projekten haben wir gute Erfahrungen mit der Teilnahme einer/s Hauptamtlichen und zweier Ehrenamtlicher gemacht.“ (S. GET – Training für Gemeinde-Entwicklungs-Teams - http://www.a-m-d.de/angebote/gemeindeentwicklung/get/).

 

Beim Training in Linkenheim wurden die teilnehmenden Gemeinden und Initiativen von den Nestoren der anglikanischen Churchplanting-Bewegung, Bob und Mary Hopkins auf motivierende Weise in die Thematik eingeführt. Weitere Referate und Arbeitseinheiten dienten dem Kennen lernen der Entwicklungsschritte einer Gemeindepflanzung von der Anfangsidee über die Situationsanalyse, Visionsentwicklung bis hin zum Start einer neuen Gemeinde. Dabei wurde besonderer Wert auf die Möglichkeiten der Gemeindeerkundung, der Arbeit im Pflanzteam und den Schritten bis hin zur Institutionalisierung einer neuen Gemeinde gelegt.

Jede Gemeinde hatte Gelegenheit, Erstüberlegungen zur angedachten Pflanzung zu präsentieren. Durch die Anwesenheit der Begleiter war es auch möglich, bereits in Linkenheim das Gehörte direkt auf die eigene Situation zu beziehen und die nächsten Schritte vor Ort anzudenken. Anstehende Fragen und Probleme konnten oft im Plenum diskutiert und beantwortet werden, gerade auch mit Hilfe der beiden Fachreferenten aus England.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kirche im 21. Jahrhundert. Zukunftsmodelle einer missionarischen Kirche“ am Ende des viertägigen Trainings stellte die Öffentlichkeit her und führte zu einer intensiven Berichterstattung über Gemeinde pflanzen und das Projekt in idea.

Die Reaktionen der Trios beim Feedback, aber auch in E-Mails und bei anderen Gelegenheiten später, machen deutlich, dass dieses viertägige Grundlagentraining den Teilnehmerinnen und Teilnehmern außerordentlich viel an Wissen und nicht zuletzt an Motivation für die ersten Schritte in der Gemeinde gebracht hat.

Die Trios werden nun vor Ort ein Pflanzteam finden müssen, das als ersten Schritt eine Situationsanalyse durchführt. Es geht darum, unter Gebet, Analyse und Bibellese zu einer Vision für die zu pflanzende neue Gemeinde zu kommen.

Diese Schritte werden von den Begleitern kontinuierlich unterstützt. Die Begleiter sind auch die Verbindungsglieder zur Projektgruppe. Ein erstes Treffen von Projektgruppe und Begleitern im März 2005 machte deutlich, dass die Gemeinden bzw. Initiativen mit Engagement arbeiten, aber auch viele Hürden zu überwinden sind.

Geplant ist ein follow-up-Treffen für die Trios im November 2005, um voneinander zu hören, Probleme zu diskutieren und Hilfen geben zu können.

Auf der Homepage soll kontinuierlich über die Entwicklung in den Gemeinden berichtet werden. Ein erster Schritt dazu ist eine Deutschlandkarte, die die Orte der neun Gemeindepflanzungen anzeigt. Klickt man diese Orte an, so erhält man detailliertere Informationen über das geplante Projekt am Ort.

  

www.gemeinde-pflanzen.de